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Die Bildung in den vierziger Jahren


Die Bildung und Bildungspolitik in Deutschland wurde damals massiv vom zweiten Weltkrieg und der Herrschaft der Nationalsozialisten beeinflusst. Dies hatte natürlich große Auswirkungen auf das Schulsystem. Auf dieses wurde sowohl bezüglich der Struktur als auch bezüglich des Lehrplanes großen Einfluss genommen. Bis 1945 wurde in sämtlichen Schulen die Ideologie der Nationalsozialisten in den Lehrstoff eingebunden. Dies betraf so gut wie alle Fächer, aber insbesondere den Biologieunterricht. Außerdem unterlagen die Bildungseinrichtungen zu jener Zeit strengen "Rassebestimmungen", so dass Kinder mit jüdischer Abstammung entweder von den anderen Schülern separiert wurden oder erst gar nicht von einer Ausbildungsstätte aufgenommen werden durften. Aus diesem Grund absolvierten zu dieser Zeit nur äußerst wenige ausgewählte Leute das Abitur oder gar ein Hochschulstudium.
In den 40er Jahren wurden Kinder jedoch auch außerhalb der regulären Schulstunden ausgebildet. Jene Ausbildungsform bezog sich vor allem auf Geschicklichkeit sowie körperliche Fitness und erfolgte entweder bei der "Hitlerjugend" oder beim "Bund Deutscher Mädchen". Das Ziel dieses Trainings diente allerdings in erster Linie zum anlernen von Fertigkeiten, die sich im Falle eines Krieges als praktisch erweisen könnten.
Ein weiteres Merkmal der damaligen Zeit ist, dass Männer und Frauen noch getrennt voneinander ausgebildet wurden und in diesen Einrichtungen nahezu immer strikt voneinander getrennt wurden.
Die zweite Hälfte der 40er Jahre war in Deutschland massiv durch den Wiederaufbau des Landes geprägt. Durch das Ende des Nationalsozialismus war das damalige Bildungssystem wieder einem Wandel unterworfen. Die strengen "Rassengesetze" wurden abgeschafft, so dass die Ausbildungseinrichtungen wieder allen Bevölkerungsgruppen zugänglich wurden. Durch das Ende des zweiten Weltkrieges wurden natürlich auch die "Hitlerjugend" und der "Bund Deutscher Mädchen" wieder aufgelöst.
Zur gleichen Zeit bildeten sich jedoch auch zwei unterschiedliche politische Systeme im gesamten Staat aus. Dies hatte, neben einer Teilung Deutschlands, auch eine Spaltung der bildungspolitischen Ansichten zur Folge. Während es in der BRD zu einer Wiederherstellung des dreigliedrigen Schulsystems mit gleichzeitig relativ traditionellen Lehrplänen kam, wurde in der DDR die Einheitsschule, die eine 8- jährige gemeinsame Schulbildung vorsah, ins Leben gerufen. Die Bildungsinhalte in den kommunistischen Schulen orientierten sich zudem sehr stark an den marxistisch- leninistischen Parteiideologien, die auch während des Unterrichts vermittelt wurden.
Im Großen und Ganzen waren die 40er Jahre in Deutschland in mehrfacher Hinsicht ein Jahrzehnt des großen Umbruchs. Dies hatte auch massive Auswirkungen auf die Bildungspolitik, die bis ins Jahr 1945 zum Teil sehr extreme sowie rassistische Richtungen einschlug.
Die zweite Hälfte des Jahrzehnts stand ganz im Zeichen der politischen Spaltung Deutschlands, was zwei komplett unterschiedliche Bildungssysteme zur Folge hatte.

Bücher zur Bildung der 40er Jahre


Die 13- 18- Jährigen: Einführung in die Probleme des Jugendalters
"So erzieht man keinen Menschen!"
Lebens- und Berufserinnerungen aus der Heimerziehung der 50er und 60er Jahre
Haben sich die Bildungschancen für Kinder von Arbeitern gebessert
aus den unteren Schichten durch die Bildungsexpansion der 60er und 70er Jahre verbessert?
Medienkultur der 60er Jahre. Diskursgeschichte der Medien nach 1945

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